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Der Weg zu den erfolgreichen Webseiten

Das Internet hat die Welt signifikant verändert. Ein Unternehmen, das heute nicht im Web präsent ist, hat den Fortschritt verschlafen und ist hinter der Konkurrenz geblieben, aber im Web vertreten zu sein bedeutet noch lange nicht sich Vorteile verschaffen zu können. Über 50% der Websites haben gravierende Mängel und erfüllen die Erwartungen nicht. Die Ursachen liegen oft im schlechten oder sogar fehlenden Konzept. Betroffen sind auch Seiten großer Konzerne mit mehreren tausend Beschäftigen.

Inhaltsverzeichnis


1. Bevor Sie anfangen.

Bevor Sie mit der Entwicklung anfangen, sollen Sie überlegen, welche Ziele Sie mit dem Internetauftritt erreichen wollen. Das gilt sowohl für kommerzielle wie auch private Webseiten. Eine Homepage eignet sich für die Vorstellung der Produkte und Dienstleistungen, als Verkaufs- oder Kommunikationsplattform. Viele machen den Fehler und benutzen die eigene Homepage hauptsächlich für die Werbung. Es ist besser die Werbung in eigener Sache auf fremden Webseiten zu machen. Dazu eignen sich Bannertausch- oder Partnerprogramme. Wenn ein Besucher auf Ihre Webseite gekommen ist, braucht er keine Werbung mehr. Er ist schon durch Suchmaschineneinträge oder andere Promotionsarten geworben. Jetzt kommt es darauf an, was Ihre Seite ihm anbieten kann.

1.1. Warum eine Homepage.

Haben Sie sich schon die Frage gestellt warum Sie eine Homepage brauchen? Es ist erstaunlich, daß viele Betreiber kommerzieller Webseiten sich keine Gedanken über den Zweck des Internetauftritts machen. Ein Hobbysammler, der seine Leidenschaft über das Internet mit der Welt teilen will, findet schneller eine sinnvolle Begründung als mancher Unternehmer. Jeder, der eine Webseite im Internet installiert, möchte, daß diese oft besucht und aufmerksam betrachtet wird. Dabei vergessen viele, daß der "Surfer" nicht zufällig auf eine Webseite kommt. Wenn er nicht die gesuchten Informationen oder Dienste zu sehen bekommt, verlässt er die Seite und versucht sein Glück woanders. Die wichtigste Aufgabe des Internetauftritts eines Unternehmens ist es dessen Produkte vorzustellen. Der erste Blick auf die Seite soll die Information über die Produktpalette geben. Es reicht aber nicht aus eine HTML-Version der Verkaufsprospekte zu erstellen. Eine Webseite bietet wesentlich mehr und diese Möglichkeiten soll man nutzen.

1.2. Checkliste.

Durch die 3 Fragen möchte ich Sie darauf aufmerksam machen worauf es bei dem Webdesign ankommt. Beantworten Sie die Fragen nicht als Anbieter, sondern wie ein durchschnittlicher Internetnutzer.
Frage 1: Besuchen Sie eine Internetseite, hauptsächlich weil Sie wollen:
Informationen bekommen? das Menü benutzen? die Bilder betrachten?

Frage 2: Haben Sie in der Vergangenheit beim Besuch einer Internetseite:
die Texte gelesen?Ja Nein
das Menü benutzt?Ja Nein
die Bilder betrachtet?Ja Nein

Frage 3: Haben Sie in der Vergangenheit über folgendes geärgert:
fehlende Information?Ja Nein
schlechte Benutzerführung?Ja Nein
lange Ladezeiten?Ja Nein

1.3. Darauf kommt es an.

Haben Sie sich über die Fragen gewundert? Viele hatten sich aber diese Fragen nicht gestellt und haben die Webseiten entwickelt ohne vorher ein Konzept zu erstellen. Wenn Sie eine Webseite eines Künstlers besuchen, wollen Sie vielleicht seine Werke zu sehen bekommen. Das ist eine Ausnahme. Die meisten Internetnutzer gehen auf eine Internetseite, um Informationen zu bekommen. Die Benutzerführung auf einer Seite ist nicht das Ziel an sich, es ist aber ärgerlich, wenn die gesuchte Information nicht gefunden wird, weil es keine Wegbeschreibung gibt. Bilder und andere Multimedia-Elemente sind für eine Internetseite belastend. Sie verlängern die Ladezeiten und lenken von den wichtigen Inhalten ab. In vielen Fällen tragen sie dazu bei, daß der Besucher den Eindruck hat, die Seite würde nicht funktionieren.

1.4. Resümee.

Das wichtigste auf einer Webseite ist die Information und wie diese übermittelt wird. Eine schlechte Benutzerführung verursacht Verwirrung und Ablehnung. Der Einsatz von Bildern soll durchdacht werden. Die Grafiken sollen optimiert sein. Ein kleines Firmenlogo ist in vielen Fällen für die Startseite ausreichend.
Wenn einer verlangt, daß der Besucher ein Plug-In installiert, handelt er nach dem Motto "Hier gibt es Zutritt nur für Manta-Fahrer. Kaufen Sie einen Manta und kommen Sie wieder".
Wenn ein Online-Shop den potentiellen Käufer dazu auffordert Cookies zuzulassen, ist es so als ob ein Laden sagen würde: "Sie können hier nur einkaufen, wenn wir vorher eine Videoüberwachung in ihrer Wohnung instlliert haben".
Wer noch nicht ganz überzeugt ist, der soll die Seite von Jakob Nielsen besuchen.

2. Benutzerverhalten analysieren.

In vielen Fällen verstehen die Benutzer die Intentionen der Internetseite nicht. Das folgende Beispiel soll es näher erkleren:

2.1. Beispiel.

Ein Online-Shop bietet im Bereich Waschmaschinen eine Suchfunktion mit 2 Suchfeldern. Es ist möglich nach Geräten eines bestimmten Herstellers zu suchen und den maximalen Preis zu setzen. Die Eingaben sind nicht erforderlich. Bleibt das Feld "Preis" leer werden alle Waschmaschinen unabhängig vom Preis angezeigt. Dasgleiche gilt für das Suchfeld "Hersteller".
Der Formular könnte so aussehen:

HerstellerPreis

Der Kunde will ein billiges Gerät kaufen und die Marke ist ihm zuerst egal. Der Kunde hat beim Preis die Obergrenze 500 DM eingetragen. Das Suchfeld "Hersteller" blieb leer. Die Suche hat keine Treffer geliefert. Der Kunde will erneut versuchen. Mit welchem Verhalten muß man rechnen?

Was trägt der Kunde bei der erneuten Suche im Suchformular ein?
A Hersteller AEG (Bauknecht usw...) Preis bis 500 DM
B Hersteller leerPreis bis 500 DM
C Hersteller leerPreis leer
D Hersteller leerPreis bis 800 DM
E Hersteller leerPreis bis 450 DM
F Hersteller AEG (Bauknecht usw...) Preis leer

Logisch wären Antworten C, D und F. Bis zu 30% der Internetuser wählt an der Stelle eine der Optionen A, B, E. Im Fall B wurde die Suche mit identischen Suchkriterien wiederholt. Das zeigt daß der Kunde kein Vertrauen in die Zuverlässigkeit der Webseite hat. Die Fälle A und E sind unlogisch. Wenn der Laden keine Waschmaschinen unter 500 DM hat, bedeutet das, daß es keine von AEG, Bauknecht, Siemens und sonstigen Herstellern in dieser Preisklasse gibt. Genauso im Fall E. Die neue Preisobergrenze 450 DM liegt unter der alten (500 DM), also die erste Suche hat bereits die möglichen Treffer ausgeschlossen. Viele User nehmen sich nicht die Zeit, die Denkweise des Designers zu verstehen, es gibt aber auch Webseiten die unverständlich aufgebaut sind. Liegt die Fehlerquote im oberen Bereich (20 - 30%), muß man den Konzept der Internetseite neu überdenken.


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Letzte Änderung Dienstag 15 Mai 2000